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Reisebericht zur Ägypten Reise mit Kameltrekking durch die Weisse Wüste

Kamel in Ägypten 

"Reise:   Ägypten / WEISSE WÜSTE 
 Reiseleiter: Christian Enge

Reisevorbereitung
Aufgrund der von Ihnen abgegebenen Infos konnte man sich recht gut auf die Reise vorbereiten. Vor allem die Ausrüstungsliste hat gute Dienste geleistet. Jedoch sollte sie wieder mal aufs Neuste gebracht werden. So macht es keinen Sinn, wenn 11 Teilnehmer je einen Trinkbecher, einen Löffel und ein Messer mitnehmen um dies dann alles im Hotel zu deponieren, da diese Utensilien alle zur Verfügung gestellt werden.  Da das Toilettenpapier oft wegen Wind nicht verbrannt werden kann, wären Hundekot-Beutel ein guter Gratistipp ;-) Die Information, dass es in Farafra nur 1 Lebensmittelgeschäft gibt, ist nicht mehr aktuell. Es gibt etwa 4-6 kleine Geschäfte, 2 Bäckereien, diverse kleine Restaurants. 
  
Reiseleitung
Ich empfand es sehr angenehm einen Reiseleiter zu haben, der deutsch und arabisch sprach. Was ich jedoch sehr bedaure ist, dass der Reiseleiter sich am ersten Tag als „Reisebegleiter“ deklariert hat, der für den reibungslosen Ablauf zuständig ist und nicht für Erklärungen oder Abgabe von Informationen über Land und Leute, Geologie, Fauna und Flora, Astrologie, Kultur und Geschichte. So konnten wir Reiseteilnehmer uns zwar voll saugen mit den unendlich vielen interessanten Eindrücken, die diese Reise bietet, aber wir haben fast Null Informationen bekommen zu all dem Gesehenen und Erlebten. Der Reiseleiter hat sich aber meist sehr dafür eingesetzt, dass der Ablauf der Reise mehr oder weniger reibungslos vor sich ging. Meist ist dies gelungen, jedoch schien mir die Harmonie mit den 4 Beduinen nicht immer vorhanden. Kompetenzprobleme? Wer ist der Chef? Sagen die Beduinen wo es lang geht oder der Reiseleiter? Wir Teilnehmer hatten den Eindruck, dass da manchmal ein Kräftemessen zwischen den Beduinen und dem Reiseleiter stattgefunden hat.
 
Reiseablauf  
Transfer vom Flughafen zum Hotel durch Ali Gomaa: Perfekt 
Transfer Kairo – Farafra, mit Abstecher zu den Pyramiden: Bestens
 
Farafra, vor dem Trekking: 
Im Nachhinein beurteile ich dir Vorlaufzeit (Sonntag bis Mittwoch) in Farafra als übertrieben lange. Die halbe Zeit hätte eigentlich auch gereicht. Die eingeschobene Einzel-Übernachtung in der Dünenwüste, welche man mit Jeeps erreicht hat, empfand ich als unpassend zum eher urchigen Kameltrekking. Aber das ist sicher Geschmackssache. Der Besuch der Kamelfarm kann man auch als überflüssig bezeichnen, wenn man ja nachher 7 Tage mit den Kamelen per Du ist. Der Besuch der Grünzone der Oase und des Künstler-Museums, sowie die Schwefelquelle (heisses Bad) und des Sees waren interessant, hätten aber ohne weiteres auf 2 Tage verteilt gemacht werden können, ohne dass dies stressig gewesen wäre. Die Unterkunft im Hotel war in den einfachen Zimmer mit Moskitonetzen ok und das Essen war sehr gut, das Personal sehr freundlich.
 
Farafra nach dem Trekking:
Der Hotelier (und gleichzeitig Chef des lokalen Veranstalters Badawiya)  hat allen Teilnehmern eine Suite gegeben, weil es so heiss war. (Oder aus Wiedergutmachung...? Ihm ist vielleicht auch einiges zu Ohren gekommen). Diese Suiten sind wunderschön, haben jedoch keine Moskitonetze und sind leider nur „theoretisch“ mückensicher. Jedenfalls waren die Mückenstiche am andern Morgen das Hauptthema.

Transfer Farafra-Kairo
Für den Plattfuss am aufgummierten Hinterreifen kann der Fahrer ja wirklich nichts; und er hat das Rad innerhalb ½ Stunde gewechselt. Bestens abgelaufen und um 17.00 im Hotel angekommen. Dass wir im Hotel Voucher gehabt hätten für das Nachtessen ist nur einer Teilnehmerin zu Ohren gekommen, wir andern haben davon nichts gewusst. Christian organisierte auch das Wecken um 5:00 und Abfahrt um 6:30. Ali (und wir auch) fanden das übertrieben früh, und das ganze wurde auf 6:00 Wecken und 7:00 Abfahrt verschoben. Ali war fast ein wenig beleidigt, dass ihm da Christian „drein-organisiert“ hat. Kompetenzen klar ?
 
Transfer Kairo-Flughafen: Bestens 
 Flug: Hin und zurück: Bestens

Kamele
Im Vergleich zu einem andern Kameltrekking, dass ich schon mitgemacht habe, fand ich, dass die Tiere sehr angenehm, wenig nervös und wenig bissig waren. Dass noch 6 Jungtiere (2-4 Monate) mitkamen, die das Business erlernen mussten, hat das Trekking unwahrscheinlich aufgewertet.
 
Jeeps/Versorgung
Laut Programm hätten wir in der Mitte des Trekkings von einem Versorgungsfahrzeug Nachschub erhalten sollen – Futter für die Tiere, Wasser, Lebensmittel. Die Wirklichkeit sah aber etwas anders aus. Ab dem 2. Abend kam jeden Abend mindestens ein Jeep ins Camp um irgend etwas zu bringen. Ein oder 2 mal hatten wir zu wenig Wasser, dann haben die Zelte gefehlt, etc. Viele von uns hatten sich die Tour in der Wüste etwas abgeschiedener vorgestellt. 
 
Zelte 
Zelte: Waren keine dabei. Als wir sie nach der Sandsturm-Nacht am 2. Abend vorsichtshalber aufstellen wollten, erfuhren wir, dass die Zelte aus Gewichtsgründen nicht mitgenommen wurden. Wir
hätten dies anmelden sollen, hiess es. Auf unser Intervenieren hin hat Christian (mit dem Handy eines Teilnehmers, da er seines wegen dem Sand nicht mitgenommen hat...) Zelte bestellt, welche dann am Abend per Jeep eintrafen. Der Zustand der Zelte war bei weitem nicht einmal arabischer Standard. Material hat gefehlt, und die Reissverschlüsse teilweise defekt. Gereinigt sind sie vor dem Trekking auch nicht worden, es hatte ziemlich viel Sand drin. 2 der 6 Zelte liessen sich gar nicht aufstellen.
 
Wasser
Es war immer (Jeeps sei Dank...) genügend Wasser vorhanden. Mineralwasser. Ich frage mich ein wenig, ob das Sinn macht und nötig ist, immer wieder mit dem Jeep –zig Kilometer zu fahren um den Touristen Mineralwasser zu bringen, das dann sogar für die Körperwäsche benützt wurde. Bei früheren Trekkings wurde jeweils die Route so ausgelegt, dass man bei Brunnen/Wasserstellen vorbeikam, wo Wasser nachgetankt und mit Micropur behandelt wurde. Aber vielleicht ist das ja in der weissen Wüste nicht gut möglich.
 
Sandsturm
Am 2. Abend erhielten wir nach dem Nachtessen eine veritable Sanddouche. Ich bin schon ein wenig erstaunt, dass sowohl der Reiseleiter, als auch die Beduinen, die deutlich sichtbaren Anzeichen am Horizont für einen Sandsturm verharmlost haben. Als es dann losging, haben sich die Beduinen vorerst mal in ihre Schlafsäcke verzogen. Auf Intervention von Christian wurde dann eine Art Windschutzmauer gebaut, welche uns wenigstens ein wenig vor dem Sturm schützte. Christian hat sich in dieser Nacht toll für die Teilnehmer eingesetzt.
 
Essen
Wir kamen in Genuss von einfachen aber immer sehr schmackhaften Mahlzeiten. Soweit mir bekannt ist hat kein einziger Teilnehmer auf dem Trekking Verdauungsprobleme gehabt. Die vor oder zum Essen servierten Süssgetränke (Cola, Fanta, etc.) fand ich unnötig, da sie ja lauwarm und durchgeschüttelt keinen besonderen Genuss darstellen. 
 
Route
Erste Hälfte „neue weisse Wüste“ – 2. Hälfte „alte weisse Wüste“. Die „neue weisse Wüste“ war viel weniger belebt und wirklich recht einsam und ursprünglich. Die 2. Hälfte in der „alten weissen Wüste“ ist mir ihren Mushrooms viel belebter, was sich auch am regen Jeep-Verkehr erkennen liess. Wo es schön ist hat es eben auch viele Leute. Wenn ich die Route selber zusammenstellen könnte, so würde ich im 1. Drittel der Reise die „Jeep-Zone“ mit Jeeps besuchen, und dann die restliche Zeit ausgedehnt im einsameren, landschaftlich nicht minder faszinierenden Gebiet der „neuen weissen Wüste“ mittels Kameltrekking durchwandern.
 
Ökotourismus
Unsere Beduinen haben gut darauf geachtet, dass wir unsere Lagerplätze immer sauber verlassen haben; den Abfall haben sie mitgenommen oder verbrannt. Beim Sammeln des Feuer-Holzes war ich mir nicht immer so ganz sicher, wo die Grenze zwischen Sammeln und Abreissen wirklich ist. Das Thema Wasser habe ich weiter oben schon erläutert. 
 
Schlusswort / Fazit
Noch selten habe ich einen so langen Reisebericht geschrieben. Das soll Ihnen aufzeigen, wie eindrücklich für mich diese Reise gewesen war. Bei genauen Lesen der Zeilen können Sie auch feststellen, dass es eigentlich nur kleiner Retouchen bedarf, damit diese Reise als „durch und durch gelungen“ bezeichnet werden könnte. Trotz allem: Ich bereue es überhaupt nicht, diese Reise unternommen zu haben, bin mir auch bewusst, dass in einem arabischen Land nicht alles gleich laufen kann wie bei uns."

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